Man nehme das traditionsreiche Tennisstadion am Hamburger Rothenbaum, installiere innerhalb von zweieinhalb Wochen auf dem Centre Court ein mobiles 25 Meter Schwimmbecken und veranstalte ein weltweit einmaliges Schwimm-Event.
Das neue Konzept Schwimmsport in Verbindung mit einem abwechslungsreichen Showprogramm "gewürzt mit einer großen Prise Prominenter" ist auf jeden Fall aufgegangen.
Insgesamt sorgten an beiden Wettkampftagen 10.000 Zuschauer für eine Schwimmveranstaltung noch nie dagewesene Atmosphäre. Das am Samstag nur ca. 3.500 dafür am Sonntag rund 6.500 Zuseher in der Tennisarena anwesend waren, lässt sich mit den überschneidenden Sportveranstaltungen begründen. "Es wurden mehr Karten für Samstag verkauft, aber viele kamen nicht", so der Veranstalter Upsolut.. Als Sportfan musste man sich entscheiden zwischen Fußball, American Football und Schwimmen. Über 50.000 Fans feuerten den HSV im ersten Heimspiel der neuen Bundesligasaison an und 2.521 Anhänger bejubelten den Kantersieg der Blue Devils.
Dafür purzelten die Rekorde bei den Deutschen Ring Aquatics. Der Südafrikaner Roland Schoeman stellte gleich im dritten Vorlauf einen neuen Weltrekord über 50 Meter Freistil mit 20,98 Sekunden auf und sahnte eine Prämie von 15.000 Dollar ab. Nach Hause heizen konnte er dann gleich mit seinem neuen Chevrolet Captiva im Wert von 35.000 Dollar, den er für die beste sportliche Leistungen bekam.
Ausschlaggebend war sein Sieg über 100 Meter Lagen. Unser neuer deutscher EM - Schwimmsportsuperstar Britta Steffen ließ sich auch nicht lange Bitten und knackte zwei deutsche Rekorde über 100 Meter (52,82 s) und 50 Meter Freistil (24,24 s). Auch Antje Buschschulte schaffte dies über 50 Meter Schmetterling mit einer Zeit von 25,73 Sekunden. Insgesamt wurden 450.000 Dollar Preisgeld ausgeschüttet.
Im Rahmen des Showprogramms brach auch der Hamburger Student Tom Sietas seine Weltrekorde im Streckentauchen mit (213 ! Meter) und ohne (181 ! Meter) Flossen.
Das Wettkampfkonzept war im Gegensatz zu anderen Schwimmsportveranstaltungen kurzweilig und sehr zuschauerfreundlich. Der Vorlauf und das Finale einer Distanz fanden jeweils am gleichen Tag statt, also zwei geschlossene Wettkampftage. Die Athletinnen und Athleten wurden durch sehr attraktive Körbchenträger/innen in die Schwimmarena begleitet und individuell vorgestellt.
Untermalt wurde alles durch die zwei Großbildleinwände im Stadion sowie der Einsatz von Licht- und Soundeffekten. Auch mit technischen Finessen wurde nicht gegeizt, wie die Unterwasserkamera mit nicht ganz alltäglichen Aufnahmen aus dem Becken.
Durch das umfangreiche Infotainment- und Unterhaltungsprogramm führte der Moderator Lou Richter und die Gastgeberin Franziska van Almsick. Die Schwimmer wurden schon am Beckenrand abgefangen und interviewt; eine sehr gelungene Abwechslung.
Auch gab es ein Stelldichein bei den Prominenten. Bis auf Reinhold Beckmann kamen alle, die angekündigt waren. Am Samstag stiegen Wladimir und Vitali Klitschko zum Wasserball-Match ins Becken. Das Spiel endete übrigens 5:5. Am Sonntag folgte dann die Prominenten-Staffel. Der Angstschweiß stand bei einigen auf der Stirn, als es auf den Startblock ging. Ob sich da alle Promis bewusst waren, worauf sie sich eingelassen haben...
Durchgesetzt hat sich die Staffel mit Veronica Ferres, Michael Stich und Franziskas Bruder Sebastian gegen Magdalena Brzeska, Marc Keller und Heiner Kamps.
Auch das Publikum wurde im Showprogramm aktiv mit einbezogen. Das Ziel war ein Plastikring im Wasser. Die Zuschauer saßen zwar sehr nahe am Becken, aber den Ring mit Tennisbällen zu treffen, war kein leichte Übung. Für Stimmung war gesorgt und die Zuschauer auf den Tribünen hatten ihren Spaß.
Fazit: Die Premiere vom Schwimm-Fest ist geglückt und hat viel Fun gemacht und zwar auf mehr. Das sieht der Veranstalter Upsolut auch so und die Aquatics sollen nun zum festen Bestandteil des internationalen Schwimmkalenders werden. Ob es zu einer Neuauflage des Kurzbahn-Meetings im nächsten Jahr in Hamburg kommt, wird nach Gesprächen mit den Sponsoren entschieden. Es wäre jedenfalls wünschenswert, wenn dieses Event im Jahr 2007 fortgesetzt wird.
Und nun viel Spass mit allen Fotos:
Fotos vom Wettkampf und Showprogramm
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Am Sonntag traten zwei Prominentenstaffeln gegeneinander an. Durchgesetzt hat sich die Staffel mit Veronica Ferres, Michael Stich und Franziskas Bruder Sebastian gegen Magdalena Brzeska, Marc Keller und Heiner Kamps.
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